Geburtstagsbesuch bei Wilhelm Busch

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„Max und Moritz, gar nicht träge, Sägen heimlich mit der Säge, Ritzeratze! voller Tücke, In die Brücke eine Lücke“ – Die Streiche von Max und Moritz kennt wohl fast jeder. Und auch der Name des künstlerischen Vaters der unzertrennlichen Freunde ist den meisten ein Begriff. Wilhelm Busch  wurde vor 187 Jahren, am 15. April 1832, im Dörfchen Wiedensahl im Schaumburger Land geboren. Mit Unterbrechungen hat er mehr als 40 Jahre seines Lebens hier verbracht. Einige Werke des Zeichners, Dichters und Malers sind in Wiedensahl entstanden.

„Max und Moritz“ erschien 1865 und gilt heute als Vorläufer des modernen Comic. In seinen Bildergeschichten nahm Busch  gerne Spießbürgertum, Frömmelei und Doppelmoral aufs Korn. Seine Geschichten waren geprägt von einem derben, mitunter sogar sadistisch anmutenden Humor. Mit Max und Moritz nahm es jedenfalls kein gutes Ende. Nach dem die beiden Jungs in der schönen Osterzeit beim Bäcker durch den Schornstein gekrochen waren (Streich 6). um leckere Süßwaren zu naschen, wurden sie vom Bäcker überrascht, in Teig gehüllt und in den Backofen geschoben, Max und Moritz überlebten. „Knusper, knasper! – wie zwei Mäuse, Fressen sie sich durch das Gehäuse“.  Doch gleich der nächste Streich sollte ihr letzter sein. Bauer Mecke schleppte die beiden zum Müller, der sie zu Korn mahlte und fein geschrotet wurden sie von Müllers Federvieh sofort verzehrt.

 

In Wiedensahl ist in dem Geburtshaus von Wilhelm Busch ein kleines und sehenswertes Museum eingerichtet. Gleich nebenan steht das Wohnhaus der Familie Busch (noch heute im Familienbesitz). In dem Haus betreibt ein Nachfahre ein Café. Schräg gegenüber kann das Pfarrwitwenhaus besichtigt werden. Hier lebte Busch mit seiner Schwester Fanny und deren Söhne von 1879 bis 1898. Das Zusammenleben war nicht unproblematisch. Busch, einst mittelloser Künstler, der bei seinen Eltern in Wiedensahl unterschlüpfte, war mittlerweile wohlhabend. Der starke Raucher (2 Nikotinvergiftungen) war Alkoholiker und geriet schnell in Rage. Freunde durften ihn in Wiedensahl nicht besuchen. 1898 zog Busch zu seinem Neffen nach Mechtshausen/Harz. Nach Wiedensahl kehrte er nie wieder zurück. In Mechtshausen starb er am 9. Januar 1908. Beigesetzt wurde Busch in Seesen.

Wer sich Wiedensahl genauer anschauen möchte, kann dem ausgearbeiteten Dorfspaziergang folgen. Der Rundweg ist 3,5 km lang. An 19 Stationen wird das Leben und das Werk von Wilhelm Busch in Wiedensahl erklärt. Keine Angst: Das Dorf ist sehr übersichtlich. Verlaufen ausgeschlossen. Im Geburtshaus kann ein geführter Spaziergang gebucht werden.

Regelmäßig finden Theater- / Liederabende und Lesungen statt. Mehr Infos unter Wilhelm-Busch-Geburtshaus.

Weitere Infos über Wilhelm Busch unter www.wilhelm-busch.de.

Für Radfahrer: Wiedensahl ist vom Bahnhof Stadthagen in ca. 1 Stunde, vom Bahnhof Bückeburg in etwa 1,5 Stunden oder vom Bahnhof Wunstorf in knapp 2 Stunden zu erreichen. Das Radwegenetz ist zwar gut ausgeschildert, eine Karte mitnehmen ist aber nie verkehrt.

In Hannover ist im Georgengarten das Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst. 

Beitragsfoto: Pixabay

Zur Info: Diesen Text habe ich im April 2017 geschrieben. Ich habe ihn geringfügig überarbeitet.

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